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Passion in Seide und Gold

Die Gengenbacher Passionsteppiche Museum Haus Löwenberg

Gengenbacher Passionsteppich, Abschied Jesu von seiner Mutter, um 1600 © Museum Haus Löwenberg Gengenbach

Zwischen 1590 und 1620 entstand ein Straßburg ein Zyklus von Tapisserien mit Szenen der Passionsgeschichte. Das Metropolitan Museum in New York besitzt heute sechs dieser seltenen Stücke, das kleine Museum Haus Löwenberg im Gengenbach im Kinzigtal fünf! Denn die Kostbarkeiten gehörten der ehemaligen Benediktinerabtei des Ortes. Ein Team aus Kunsthistorikern erforscht seit ein paar Jahren den Hintergrund der Textilkunstwerke und hat dabei schon weitere Tapisserien des Zyklus in Frankreich und Belgien entdeckt.

 

Eine Ausstellung im Haus Löwenberg bringt nun alle in Europa befindlichen Werke zusammen – für ein kleines, vor allem durch privates Engagement am Leben gehaltenes Museum eine gewaltige Leistung. Die Tapisserien verarbeiteten damals bekannte Stichvorlagen von Albrecht Dürer oder Martin Schongauer. Heute wäre das Anlass für eine Urheberrechtsklage, doch in der frühen Neuzeit war das Arbeiten nach Vorlagen keineswegs ehrenrührig, ganz im Gegenteil, konnte man doch so Bildung und Weltgewandtheit unter Beweis stellen. So bedienten sich der Bildwirker der „Gefangennahme Jesu“ bei einem Holzschnitt von Johannes Wechtlin, andere nehmen Bezug bei Dürers „Kleine Passion«.

 

Die Ausstellung in Gengenbach stellt die Vorlagen neben die Teppiche und lässt so die Art der Umsetzung nachvollziehbar werden. Ebenso prachtvoll wie aufschlussreich ist außerdem ein großer Tischteppich aus Straßburg von 1565, eine Leihgabe aus dem Museum Œuvre Notre-Dame, der die Flucht nach Ägypten und die Anbetung der Könige darstellt und als Vorläufer des späteren Passionszyklus anzusehen ist.

 

Ergänzt wird die Ausstellung durch eine Werkserie von Arnulf Rainer, der Fotos der New Yorker und Gengenbacher Tapisserien vor einigen Jahren zum Objekt seiner Übermalungen machte, sowie durch künstlerische Reflexionen zur Spottkultur der Gegenwart. So überrascht das kleine Museum in Gengenbach mit einer Ausstellung, die die – analoge – Darstellung von Gewalt und Verspottung der Passion in den Bildteppichen neben die digitalen Verleumdungen und und Hasstiraden im Netz heute stellt.

 

Artikel über die Gengenbacher Passionsteppiche in der Weltkunst

 

Mittwoch, 30.5.2018, 10-18Uhr

Treffpunkt: Karlsruhe Hbf, Bahnhofshalle, 09.55Uhr

Leitung: Dr. Elisabeth Spitzbart

Gebühr: 55 €

 


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