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Hélène de Beauvoir - Künstlerin und engagierte Zeitgenossin

Frauen aus Tangier 1949, Öl auf Leinwand, Privatsammlung, Photo : Ch. KEMPF

Die Schriftstellerin Simone de Beauvoir kennt heute jeder, doch ihre jüngere Schwester Hélène ist weitgehend unbekannt. Das Musée Würth im elsässischen Erstein möchte das ändern und widmet dieser Malerin, die die letzten 40 Jahre ihres Lebens in Goxwiller am Fuße des Odilienbergs verlebt hat, eine erste große Retrospektive, die in einem französischen Museum gezeigt wird.

 

Hélène de Beauvoir (1910-2001) stammte wie ihre ältere Schwester Simone aus einer bürgerlichen Familie, gegen deren Zwängen und Konventionen sich die beiden schon früh auflehnten, jede auf ihre Weise: Simone im Schreiben, Hélène im Malen.

 

Lange hat Hélène im Schatten ihrer berühmten Schwester gestanden. Nach dem sie im Ausland – Deutschland, Japan und den USA - schon in Ausstellungen gewürdigt wurde, blieb sie in Frankreich noch eher unbekannt. Nun ist ihr eine Retrospektive im Musée Würth in Erstein gewidmet, mit Werken, die überwiegend aus Privatbesitz stammen. Schon früh begann sie zu zeichnen, besuchte Malkurse und verbrachte Stunden vor Gemälden im Louvre. 1936 hatte sie ihre erste Einzelausstellung in der Galerie Bonjean in Paris. Ein einjähriger Aufenthalt in Marokko öffneten ihr die Augen für die Macht des Lichts. Anschließend verbrachte sie sieben Jahre in Italien, in denen sich ihr Stil verfestigt, der im Muéee Würth wie folgt beschrieben wird: "Zunächst entstehen flächige Farbkompositionen mit vereinfachten Umrisslinien, später kommt es zu einer Kristallisierung der Formen und einer Trennung der Farben – eine Synthese aus figurativer und abstrakter Darstellung, die kubistische und futuristische Einflüsse erkennen lässt.“

Selbstbildnis, 1955, Öl auf Leinwand, Privatsammlung, Photo : Ch. KEMPF

Hélène de Beauvoir war mit Lionel de Roulet verheiratet, einem Diplomaten und Schüler Sartres, an dessen Seite sie ein Leben verbrachte, das sie in viele Regionen der Welt führte. 1960 wurde ihr Mann Kulturattaché im Europarat und das Paar ließ sich in Goxwiller im Elsass nieder, wo sie 40 Jahre lang malte. Neben der Malerei, die ihr wichtigster Lebensinhalt wurde, engagierte sich die kinderlose Frau in zahlreichen sozialen Projekten: Sie war aktiv in der Studentenbewegung von 1968, trat ein gegen politische Unterdrückung und vor allem für die Gleichberechtigung der Frau. So unterstützte sie beispielsweise eine Zufluchtsstätte für misshandelte Frauen in Straßburg. Das ihr politisches Engagement auch ihre Malerei beeinflusste, wird gleich im ersten Raum der Ausstellung im Musée Würth deutlich: Im Erdgeschoss hängt das imposante Triptychon: „Die Frauen leiden, die Männer urteilen“.

 

In ihren sozialen und politischen Aktivitäten arbeitete sie oft Seite an Seite mit ihrer Schwester Simone. Doch das Verhältnis zur älteren und oft autoritären Schwester Simone war nicht immer ungetrübt, da sie sich lange negativ über ihre Malerei äußerte, ganz im Gegensatz zur Anerkennung, die sie von Pablo Picasso erfahren konnte.

Parc de la Folie Marco à Barr (Bas-Rhin), Foto: Ji-Elle

Am Nachmittag machen wir einen Ausflug nach Barr. Dieses hübsche elsässische Städtchen besitzt ein Rathaus aus der Zeit der Renaissance. Eine besondere Sehenswürdigkeit ist das Musée de la Folie Marco. Louis Félix Marco, ein ehemaliger Amtmann der Stadt, ließ sich von 1760 bis 1763 ein prächtiges Bürgerhaus mit Garten und Wirtschaftsgebäude errichten und mit allen Finessen ausstatten. Seinen ruinösen Hang zur Pracht bezeichneten seine Zeitgenossen als Wahnsinn – französisch 'folie'. Wenn das Projekt den Bauherrn auch in den Ruin getrieben hat, so besitzt die Nachwelt heute im Musée de la Folie Marco ein einmaliges, vollständig mit Möbeln des 17. bis 19. Jahrhundert eingerichtetes, Patrizierhaus.

Mobilier bourgeois alsacien au Musée de la Folie Marco à Barr (Bas-Rhin), Foto: Ji-Elle

Samstag, 01.09.2018, 8.30 - ca. 18.00Uhr

Treffpunkt: Karlsruhe Hbf, 8.30 Uhr
Leitung: Dr. Elisabeth Spitzbart

Gebühr: 68 Euro für Busfahrt, Eintritte, Führung und Reiseleitung


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