ART Regio Tours
ART Regio Tours

Sie haben Fragen?

Wir beraten Sie gerne.

 

+49 (0)721 470 98 50

 

Nutzen Sie auch unser Kontaktformular.

Nibelungen-, Kaiser- und Lutherstadt Worms

Christliches und jüdisches Erbe

Die alte Reichsstadt Worms blickt auf ein reiches christliches wie jüdisches Erbe zurück. Obwohl die Zeitläufte der einst wohlhabenden Stadt seit dem 16. Jahrhundert zugesetzt haben, lohnt sich auch heute ein Spaziergang zu den Zeugen einer großen Vergangenheit.

Wormser Dom, Südansicht mit Nikolauskapelle Von Ato 01 - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=25148545

 

Wo schon Kelten, Germanen und Römer siedelten, entstand im 4. Jahrhundert an den Ufern des Rheins das christliche Worms, das bereits im Jahr 346 Sitz eines Bischofs war. Im Jahr 1000 kam mit Bischof Burchart eine entscheidende Persönlichkeit nach Worms, die den Grundstein zu einem ehrgeizigen Domneubau legen ließ, dem nach Mainz zweiten romanischen Dom am Rhein. Im Juni 1018 geweiht, blickt er in diesem Jahr auf eine tausendjährige Geschichte zurück, auch wenn von dem ersten Bau nur noch wenige Reste erhalten sind.

Die große Bedeutung der mittelalterlichen Stadt erfuhr auch einen literarischen Niederschlag in dem um 1200 entstandenen Nibelungenlied, ein Heldenepos, in dem Worms Schauplatz ist der Geschichte von Liebe, Hass, Verrat und einem versunkenen Schatz. Auch wenn umstritten ist, wie viel historische Substanz in dieser Sage enthalten ist, begegnet man ihr in Worms auf Schritt und Tritt.

 

Im Laufe des 12. Jahrhundert wurde der Dom erneuert, in einer Zeit, in der das Verhältnis von Kirche und Staat im Investiturstreit schwer belastet war. Nicht mehr der Kaiser, sondern der Papst sollte künftig die Bischöfe in ihr Amt einsetzen. Die Bürger von Worms stellen sich auf die Seite von Kaiser Heinrich IV., der Worms zur ersten freien Reichsstadt machte. Die im Wormser Stadtarchiv erhaltene Urkunde erwähnt ausdrücklich den militärischen Beistand nicht nur der Christen, sondern auch der jüdischen Bevölkerung. Denn seit dem dem 10. Jahrhundert ist eine jüdische Gemeinde überliefert. Mit dem „Heiligen Sand“ besitzt Worms bis heute den größten jüdischen Friedhof Deutschlands.

 

Heiliger Sand Von © JD (de.wikipedia.org) - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=6552662

Im Laufe ihrer langen Geschichte wurde die Stadt Zeuge welthistorischer Ereignisse: Mit dem Wormser Konkordat wurde 1122 der Investiturstreit beigelegt; auf dem Reichstag von 1521 – einem von mehr als 100, die in Worms abgehalten wurden – lehnte Luther den Widerruf seiner Schriften ab, ein Ereignis, an das seit 1868 ein vielfiguriges Lutherdenkmal erinnert.

 

Danach begann der Niedergang der Stadt. Auf die Seuchen des 16. Jahrhunderts folgten der 30jährige Krieg, die vernichteten Brandschatzungen des Pfälzer Erbfolgekriegs 1689 und die Bomben des Zweiten Weltkrieges. Doch aller Zerstörungen zum Trotz gibt es in Worms noch beeindruckende Zeugen der Vergangenheit zu entdecken: allen voran der 1000 Jahre alte Dom, die wiederaufgebaute Synagoge, eine Mikwe und den Judenfriedhof mit nahezu 2000 Steinen.

Samstag, 16.6.2018, 8-19 Uhr

Treffpunkt: Karlsruhe Hbf, Bahnhofshalle / Ecke Buchhandlung
Leitung: Tobias Möllmer M.A.

Gebühr: 68 € für Bahnfahrt, Führungen und Reiseleitung (Männliche Teilnehmer sind gebeten, eine Kopfbedeckung für den Besuch des jüdischen Friedhofs vorzusehen.)

 


Anrufen

E-Mail

Anfahrt