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Lovis Corinth und Charlotte Berend-Corinth

Das Saarlandmuseum – Moderne Galerie Saarbrücken präsentiert im Herbst eine ganz besondere Doppel-Ausstellung: Lovis Corinth und - als Wiederentdeckung - seine Frau  Charlotte Berend-Corinth.

In insgesamt 170 Exponaten wird der lebendige Dialog dieses engagierten Künstlerpaares der Avantgarde des beginnenden 20. Jahrhunderts in Berlin nachvollziehbar.

 

Lovis Corinth: Der Künstler und seine Familie, 1909 - Uploader Hajotthu at de.wikipedia, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=16075481

Lovis Corinth – Das Leben, ein Fest!

Die Corinth-Ausstellung legt einen Schwerpunkt auf Familienporträts, daneben Stillleben mit herrlichen Blumensträußen und düstere Schlachthausszenen. In all diesen künstlerischen Äußerungen sind die sinnlichen Qualitäten Corinth’scher Kompositionen vorherrschend. Der Künstler, der zeitlebens an Depression litt und sich rauschenden Festen und dem Alkohol gleichermaßen verschrieb, strebte eine sinnliche Malerei an.

Ab 1918 verbrachten Lovis Corinth und seine Familie erstmals den Sommer am Walchensee in Bayern. Er begeisterte sich so sehr für das Farbenspiel von See, Gebirgswelt (Wetterstein) und Himmel, dass seine Frau Charlotte die Idee entwickelte, ein Haus zu bauen. Bis zu seinem Tod im Jahr 1925 schuf Corinth etwa 60 Gemälde vom Walchensee.

Die Ausstellung  betont den kompromisslos modernen, anti-akademi-schen Maler, der mythologische Themen neu dachte und Mensch und Natur höchst einfühlsam porträtierte. Nach Studienjahren in Königsberg, München, in Antwerpen und Paris gelang ihm schnell und scheinbar mühelos der „Sprung in die Moderne“ und – zur Überraschung des heutigen Publikums – mit einer Rückbesinnung auf die Werke von Tizian, Rubens, Frans Hals und Rembrandt van Rijn, aber mit Bezügen auf die Münchner Alla-prima-Malerei, vor allem auf Wilhelm Trübner.

Charlotte Behrend-Corinth - eine Wieder-entdeckung

Lovis und Charlotte Corinth im Atelier, 1908 Autor unbekannt - Ulrich Luckhardt, Uwe M. Schneede (Hrsg.): Ich, Lovis Corinth. Die Selbstbildnisse. Kunsthalle Hamburg 19.11.2004 - 6.2.2005, Ostfildern-Ruit 2004 Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/i

Charlotte Berend-Corinth (1880–1967) kam als Ehefrau, Mutter und Modell eine tragende Rolle in Lovis Corinths Leben und Schaffen (1858–1925) zu. Dass sie nach ihrer Heirat selbst als Malerin brillierte und neben Käthe Kollwitz als eine der wenigen Künstlerinnen in die Berliner Secession aufgenommen wurde, ist nur wenigen bekannt.

 

1901 gehörte Charlotte Berend-Corinth zu den ersten Schülerinnen ihres späteren Ehemanns  in Berlin. Die aus  wohlhabendem jüdischen Elternhaus stammende junge Frau faszinierte den um mehr als zwei Jahrzehnte älteren Maler – und verbrachte im Sommer 1902 einen ersten Urlaub mit ihm. In mehr als 60 Porträts hielt er seine Charlotte fest. Als Organisatorin und Mutter zweier Kinder war sie unerlässliche Stütze des oft depressiven Mannes. Dass sie auch malte und Druckgrafiken schuf, dass sie in der Berliner Sezession ausstellte und jahrelang in der Ausstellungsjury saß, machte Charlotte Berend-Corinth bis zu ihrer erzwungenen Emigration in die USA zu einer zentralen Figur in der Berliner Kunstszene.

Vor allem ihre freizügigen Druckgrafikserien zu den Tänzerinnen Anita Berber und Valeska Gert um 1920 ließen kurzzeitig Charlotte Berend-Corinths Stern heller strahlen als jenen ihres Mannes. Lovis Corinth unterstützte seine Frau kaum. So hat er ihr sogar verboten, Landschaften am Walchensee zu malen, da die Gegend gleichsam ihm „gehörte“. Nach seinem Tod 1925 war sie mit der Ordnung seines Werks beschäftigt und verfasste das bis heute gültige Werkverzeichnis. Als Künstlerin trat Charlotte Bernd-Corinth erst Ende der 1920er/Anfang 1930er Jahre hervor.

 

Termin wenn möglich im Januar 2022


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