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Goya + Close-Up Beyerler

Francisco de Goya, Bekleidete Maya (La maja vestida), 1800-1807 Öl auf Leinwand, 95 x 190 cm - Museo Nacional del Prado, Madrid © Photographic Archive. Museo Nacional del Prado. Madrid

Die Fondation Beyeler widmet Francisco de Goya (1746–1828) eine der bisher bedeutendsten Ausstellungen außerhalb Spaniens. Er ist einer der letzten großen Hofkünstler und zugleich Wegbereiter der modernen Kunst, Maler eindrücklicher Porträts wie auch Erfinder rätselhafter persönlicher Bildwelten. Gerade aus dieser unauflösbaren Widersprüchlichkeit bezieht Goyas Kunst ihre magische Faszination. Sein mehr als 60 Jahre währender Schaffensprozess umspannt die Zeit vom Rokoko bis zur Romantik. Er stellt Heilige und Verbrecher, Hexen und Dämonen dar und eröffnet den Blick auf Welten, in denen die Grenzen zwischen Realität und Fantasie, Vernunft und Unvernunft, Träumen und Albträumen verschwimmen.

Berthe Morisot, Junge Frau auf dem Sofa (Jeune Femme au Divan), 1885 Öl auf Leinwand 61 x 50.2 cm Tate, London; Bequeathed by the Hon. Mrs A.E. Pleydell-Bouverie through the Friends of the Tate Gallery 1968, Photo ©Tate

Im Zentrum der folgenden Ausstellung stehen neun Künstlerinnen, deren Werke herausragende Positionen innerhalb der Geschichte der Moderne von 1870 bis heute darstellen. Gemeinsam haben sie die Konzentration auf die Darstellung von Menschen, auf Porträts und Selbstporträts.

 

Den Auftakt der Schau bilden die Französin Berthe Morisot und die Amerikanerin Mary Cassatt, die in den Jahren des Impressionismus in Paris tätig waren. Zeitlichen folgen die Deutsche Paula Modersohn-Becker, die in der norddeutschen Provinz Worpswede zu Hause war, doch mehrfach nach Paris gereist ist. Lotte Laserstein ist eine erst vor wenigen Jahren wieder entdeckte Vertreterin der Malerei im Berlin der Weimarer Republik. Die Mexikanerin Frida Kahlo war seit Ende der 1920er Jahre bis um 1950 in Mexiko City tätig, etwa gleichzeitig wie die Amerikanerin Alice Neel, die zuerst in Kuba, dann in Manhattan, von Greenwich Village über Spanish Harlem bis zur Upper West Side arbeitete. Die Südafrikanerin Marlene Dumas, aufgewachsen in der Hochphase der Apartheid, lebt seit 1976 in Amsterdam. Die Amerikanerinnen Cindy Sherman und Elizabeth Peyton vertreten eine Kunst, die das Kunstzentrum New York und Westeuropa verbinden.

 

Das Interesse der Ausstellung gilt dem spezifischen Blick der Künstlerinnen auf ihre eigene Umgebung, der in den Porträts und Bildern ihrer selbst und von anderen zum Ausdruck kommt. In der Zusammenschau lässt sich erleben, wie sich der Blick der Künstlerinnen auf ihr Gegenüber zwischen 1870 und heute wandelt und was ihn auszeichnet.

Mi, 13.10.21

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