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Mannheim und Ludwigshafen

Hanna Nagel - Kunsthalle Mannheim

Hanna Nagel, Selbstbildnis, 1929, Kurpfälzisches Museum Heidelberg

Hanna Nagel (1907-1975) ist in Karlsruhe keine Unbekannte, wird doch hier alle zwei Jahre der Hanna-Nagel-Preis an zeitgenössische Künstler vergeben. Die Künstlerin selbst ist in der Kunstgeschichte zwar nicht unbekannt, einer breiteren Öffentlichkeit ist ihr Werk aber vermutlich weniger präsent.

Die Kunsthalle Mannheim möchte mit einer Ausstellung einen Beitrag zur Wiederentdeckung der Künstlerin und ihrer herausragenden Position leisten. Das Museum zeigt etwa 190 Arbeiten auf Papier, viele davon aus Privatbesitz und der Öffentlichkeit kaum bekannt, ergänzt um Hanna Nagels singuläres Selbstbildnis in Öl (siehe oben) sowie um 13 Werke aus dem Besitz des Museums.

 

Hanna Nagel hat sich intensiv mit den Lebenssituationen von Frauen ihrer Zeit auseinandergesetzt, die auch ihre eigene waren: das Verhältnis zwischen Mann und Frau, Konflikte zwischen Berufstätig-keit und Mutterschaft und andere gesellschaftsrelevante Fragen, die noch heute brisant sind. Sie beleuchtet ein Phänomen aus verschiedenen Perspektiven, nie sind die Opfer- und Täterrolle nur einem Geschlecht zugeordnet. Für mich ist Hanna Nagel eine feministische Pionierin: Keine andere Künstlerin ihrer Zeit hat sich so sehr mit ihrer Rolle als Künstlerin, Ehefrau und Mutter auseinandergesetzt wie sie. Vor allem ihre schonungslose Art der Darstellung und ihre vielschichtige Sichtweise […] ist sehr ungewöhnlich und zeigt die gesellschaftspolitische Dimension ihres Werkes, sagt Dr. Inge Herold, Kuratorin der Ausstellung.

 

Körperbilder: Intimität - Dekonstruktion - Interaktion

August Macke, Badende Frauen (Entwurf für Weberei), 1913, Öl auf Leinwand, 59,5 x 73,5 cm, Wilhelm-Hack-Museum, Ludwigshafen am Rhein

Die Darstellung des Körpers ist so alt wie die Kunst selbst. Ob im religiösen Kontext, als Herrschaftsporträt oder in der Historienmalerei – Körperbilder sind Zeitzeugenschaften. Sie thematisieren und transportieren verschiedene Perspektiven der jeweiligen Epoche wie Schönheitsideale oder Geschlechterverhältnisse.

 

Gleichzeitig dient das Bild vom Körper zum Aufbruch tradierter Konventionen. Während dieser bis Ende des 19. Jahrhun-derts zumeist intakt bleibt, beginnt die Moderne ihn mehr und mehr zu zerlegen, wie Kubismus und Expressionismus. Doch dekonstruiert der Surrealismus ihn auch unter subjektiveren Gesichtspunkten. Ab der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wird seine Bedeutung dann ausdifferenzierter: Er entwickelt sich von der bloßen Repräsentation zum aktiven Teilhaber am Kunstprozess. So wird der Körper selbst zum Ausdrucksträger, indem dessen Bewegung als abstrakte Geste unmittelbar auf der Leinwand festgehalten wird. Neben der Malerei bekommt er zudem in der Performance und Konzeptkunst einen neuen Stellenwert und wird bis an seine Grenzen getrieben. Eine neue Rolle erhält auch das Publikum. Sein passives Verhalten gegenüber dem Werk wird ersetzt durch eine aktive Teilhabe. Ob in der Ausführung meist alltäglicher Handlungsanweisungen oder als Teil eines Happenings, es ist unverzichtbar für die Vervollständigung des Kunstwerks.

Samstag, 25. Juni 2022

 

Treffpunkt: Karlsruhe Hbf

Leitung: Dr. Elisabeth Spitzbart

Je nach Gruppen größe würden wir mit der Bahn oder mit dem Bus fahren. Daher können Abfahrtszeit und Kosten im Augenblick noch nicht angegeben werden.


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