Münster, Osnabrück
und Schlösser im Münsterland
Mittwoch, 16. Juni bis Sonntag, 20. Juni 2027
Mittwoch, 16.06.2027 - Anreise und Stadtführung
Wir starten mit dem ICE ab Karlsruhe und erreichen Münster nach etwa vier Stunden um die Mittagszeit.
Nach der Ankunft, dem Deponieren unserer Koffer im Hotel und einer Mittagspause starten wir in unser Programm mit einer ersten Stadtführung, die uns mit den kulturellen Höhepunkten im Zentrum von Münster bekannt macht. Ausgehend von Dom und Domplatz, von dem die Gründung der Stadt Ihren Ausgang nahm, spazieren wir zum Prinzipalmarkt, der „guten Stube von Münster“. Während der Tour öffnen sich für uns die Türen des Friedenssaals des historischen Rathauses, in dem 1648 der Westfälische Friede verkündet und damit der Dreißigjährige Krieg beendet wurde. Rund um die Lambertikirche hören wir die unglaubliche Geschichte der Wiedertäufer. Mit dem „Löwen von Münster“ tauchen wir in ein dunkles Kapitel der Geschichte der Stadt ein. Es war der Beiname von Kardinal Clemens August Graf von Galen (1878–1946), Bischof von Münster, der im Sommer 1941 mit mutigen Predigten das NS-Euthanasie-Programm und die Verletzung der Menschenwürde verurteilte. Nach den Zerstörungen im Bombenhagel des 2. Weltkriegs wählte Münster einen besonderen Weg des Wiederaufbaus. Heute gilt die Westfalenmetropole als die Studenten-, Fahrrad- und Krimihauptstadt Deutschlands.
Donnerstag, 27.06.2027 - Skulpturen Projekte
Seit 1977 finden alle 10 Jahre in Münster die Skulptur Projekte statt. Sie gehören zu den bedeutendsten internationalen Ausstellungen für zeitgenössische Kunst im öffentlichen Raum und verwandeln die Stadt für mehrere Monate in ein großes Freilichtmuseum. Die Werke finden sich auf Plätzen, in Parks, an Straßen und am Aasee. Die Kunst tritt unmittelbar in Beziehung zur Stadt, ihrer Architektur, ihrer Geschichte und ihren Bewohnern.
Das Projekt begann vor 50 Jahren aus der Fragestellung, wie die Bevölkerung auf moderne Kunst im öffentlichen Raum reagieren würde. Der damalige Leiter des Westfälischen Landesmuseums, Klaus Bußmann, und der amerikanische Kurator Kasper König entwickelten daraus eine Ausstellung, die Kunst und Öffentlichkeit miteinander ins Gespräch bringen sollte.
Im Jubiläumsjahr 2027 sind etwa 30 künstlerische Projekte geplant, in deren Mittelpunkt Fragen des Zusammenlebens, gesellschaftlicher Veränderungen und der Zugänglichkeit des öffentlichen Raums stehen sollen. Während unseres Rundgangs erkunden wir zunächst die Objekte im historischen Zentrum. Nach einer kleinen Pause setzen wir unseren Weg fort zu den sog. Clusterorten Aasee oder Hörster Friedhof. Im Augenblick ist das Projekt noch im Entstehen.
Nach einer Mittagspause, z.B. in einem Café am Aasee, besuchen wir am Nachmittag das Picasso-Museum. Es ist Deutschlands erstes und bislang einziges Museum, das dem Werk Pablo Picassos gewidmet ist. Es wurde im Jahr 2000 eröffnet und befindet sich in zwei historischen Adelshöfen in der Münsteraner Altstadt. Seine besondere Stärke liegt in der umfangreichen Sammlung von Lithografien, Radierungen und weiteren druckgrafischen Arbeiten Picassos. Diese veranschaulicht eindrucksvoll die stilistische Vielfalt des Künstlers und seine unerschöpfliche Experimentierfreude. Ergänzt wird die Sammlung durch wechselnde Sonderausstellungen, die Picasso in den Kontext der Kunst des 20. Jahrhunderts stellen.
Freitag, 18.06.2027 - Osnabrück
Heute besuchen wir die Stadt Osnabrück. Wir erkunden die historische Altstadt mit ihren verwinkelten Gassen, eindrucksvollen Fachwerk- und prächtigen Bürgerhäusern rund um den Marktplatz. Wir besuchen auch hier den Friedenssaal im Rathaus, in dem 1648 der Westfälische Frieden mit ausgehandelt wurde. Wir werden den Dom St. Peter, Keimzelle der alten Bischofsstadt, passieren ebenso wie die Bürgerkirche St. Marien am Marktplatz, eine bedeutende gotische Hallenkirche. Zu ihren besonderen Kunstschätzen gehört ein Passionszyklus von Albrecht Dürer von 1510. Die Führung vermittelt einen lebendigen Eindruck von Osnabrücks Entwicklung als mittelalterliche Handelsstadt und von seiner besonderen Bedeutung für die europäische Friedensgeschichte, denn
in Osnabrück wurde 1898 der Schriftsteller Erich Maria Remarque geboren, der sich eindringlich für den Frieden einsetzte. Die Stadt verleiht alle zwei Jahre den Maria-Remarque-Friedenspreis.
Am Nachmittag widmen wir uns einem weiteren bedeutenden Osnabrücker, dem Maler Felix Nussbaum.
Das Osnabrücker Museumsquartier vereint vier Häuser unter dem Leitthema „Frieden“. Herzstück ist das von Daniel Libeskind entworfene Felix-Nussbaum-Haus. Es beherbergt die international größte Sammlung des in Osnabrück geborenen Malers, der 1944 im Konzentrationslager Auschwitz ermordet wurde. Die Ausstellung im Felix-Nussbaum-Haus stellt anhand von acht Themen wie Heimat, Exil, Identität oder Widerstand rund 70 Bilder des Malers vor.
Auf dem Rückweg nach Münster legen wir noch einen Stopp ein im malerischen Tecklenburg im Teutoburger Wald: Uns erwarten eine Fachwerkidylle und grandiose Blicke weit ins Münsterland.
Samstag, 19.06.2027 - Magische Momente. Schlösser im Münsterland
Das Münsterland ist bekannt für seine zahlreichen, oft malerischen und romantischen Wasserschlösser. Wir beginnen den Tag mit dem Höhepunkt der Schlösser in Westfalen – Nordkirchen, auch genannt das „Westfälische Versailles“. Wir erkunden die barocke Pracht des bedeutenden Anwesens, flanieren durch die ausgedehnten Gärten und lernen den Lebenswandel der Adligen im 18. Jahrhundert kennen. Heute ist das Schloss Sitz der Finanzhochschule des Landes NRW.
Es folgt der Besuch der Burg Vischering, einem mittelalterlichen Juwel im Münsterland. Die Burg ist eines der beliebtesten Touristenziele der Region, hier finden wir original erhaltene Burgmauern aus der Erbauungszeit. Das beeindruckende Museum mit dem altehrwürdigen Rittersaal ist überregional bekannt und die ausgedehnten Wasserflächen rund um die Burg eröffnen wunderschöne Fotomotive.
Das ausgezeichnete Münsterland-Museum entführt uns in die Welt der Münsterländischen Adligen in verschiedenen Jahrhunderten.
Zum Ausklang des Programms besuchen wir die Burg Hülshoff, die romantischste der Burgen im Münsterland.
Eingebettet in die Landschaft des Münsterlandes liegt die Wasserburg inmitten einer grünen Parklandschaft. Eine weit über 500-jährige Familientradition gab ihr das urmünsterische Gepräge und Aussehen. Auf der Burg wurde Annette von Droste-Hülshoff (1797-1848) geboren und verbrachte hier ihre Kindheit und Jugend. Wir spazieren durch den malerischen Landschaftspark und lernen vor idyllischer Kulisse das hervorragende Werk der bedeutenden Poetin kennen.
Im Anschluss an die Führung können Interessierte bei einem individuellen Rundgang durch das Center for Literature das Werk von Droste-Hülshoff näher kennen lernen oder im Burgcafé einkehren.
Sonntag, 20.06.2027 - LWL und Rückfahrt
Das LWL-Museum für Kunst und Kultur gehört zu den bedeutenden Kunstmuseen Westfalens. Es verbindet Kunst- und Kulturgeschichte von der mittelalterlichen Sakralkunst bis zur modernen und zeitgenössischen Kunst. Der 2014 eröffnete Neubau des Berliner Architekten Volker Staab schafft mit seiner klaren, modernen Architektur einen reizvollen Kontrast zur historischen Altstadt.
Die Moderne bildet einen Kernpunkt der Sammlung. Dabei stehen Künstlerinnen und Künstler mit Westfalen-Bezug, wie Wilhelm Morgner, Joseph Albers und Ida Gerhardi im Fokus und werden von Zeitgenossen mit überregionaler Bedeutung vervollständigt. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem Werk von August Macke. Der in Meschede geborene westfälische Künstler verbindet die regionale Kunstgeschichte mit der internationalen Entwicklung der Moderne. Das August Macke-Konvolut ist eines der größten des Hauses. Es umfasst rund 35 Gemälde, die 80 erhaltenen Skizzenbücher des Künstlers, grafische Arbeiten und den schriftlichen Nachlass mit Briefen und Werk-Karteikarten, die als vorläufiges Werkverzeichnis gelten. Ein Herzstück der Sammlung ist das einzigartige Wandgemälde „Paradies“ (1912), welches August Macke und Franz Marc gemeinsam malten und welches 1981 aus dem Wohnhaus Mackes in Bonn nach Münster überführt wurde.
Mittwoch, 16.06. bis Sonntag, 20.06.2027
Treffpunkt: Karlsruhe Hbf
Reiseleitung: Dr. Elisabeth Spitzbart
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