Düsseldorf, Essen, Wuppertal, Unna

Ausstellungshopping im Ruhrgebiet

Mittwoch, 04. November bis Sonntag, 8. November 2026

Gleich drei Ausstellungen bilden den Anlass für unsere Fahrt nach Nordrhein-Westfalen Anfang November. Das K20 in Düsseldorf zeigt nach über zwei Jahrzehnten erstmals wieder eine umfassende Werkschau zu Franz Marc (1880 – 1916). Das Von der Heydt-Museum Wuppertal präsentiert die Ausstellung Die Macht des Ornaments. Von Herni Matisse und August Macke bis heute und das Folkwang-Museum Essen zeigt die Ausstellung Gustave Courbet. Maler und Rebell.


Mittwoch, 04. November 2026 - Anreise und Franz Marc-Ausstellung im K20 in  Düsseldorf

 Die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen widmet dem Œuvre von Franz Marc eine Ausstellung. Marc hatte 1911 gemeinsam mit Wassily Kandinsky den „Blauen Reiter“ gegründet.  Der künstlerische Weg zu seinem unverwechselbaren romantischen Tierbildern war ein sehr mühevoller. Unter dem Einfluss von Kandinskys spirituellem Weltbild gab Marc dann seine romantische Weltanschauung zugunsten einer geistigen „Weltdurchschauung“ auf, was sich in der kaleidoskopartigen Auslösung von Tier und Natur und der immer größer werdenden Abstraktion seiner späten Tierbilder ausdrückt.



Nach dem Besuch der Ausstellung treten wir die Weiterfahrt nach Essen an.

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    Franz Marc, Moorhütten im Dachauer Moos, 1902, Franz Marc Museum, Kochel am See – Quelle:  reproduction from art book, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=115206372 

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    Franz Marc, Kleine Pferdestudie II, 1905, Bayrische Staatsgemäldesammlung – Quelle:  reproduction from art book, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=115206364 

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    Franz Marc, Rehe in der Dämmerung, 1909, Städtische Galerie im Lenbachhaus, München – Quelle: https://www.lenbachhaus.de/entdecken/sammlung-online/person/marc-franz-7428, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=115456397

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    Franz Marc, Das Äffchen, 1912, Städtische Galerie im Lenbachhaus, München – Quelle:  mechanical reproduction of 2D work, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=863

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    Franz Marc, Drei Tiere (Fuchs, Hund und Katze), 1912, Kunsthalle Mannheim – Quelle:  reproduction from art book, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=115206355

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    Franz Marc, Tierschicksale, 1913, Kunstmuseum Basel – Quelle:  http://sammlungonline.kunstmuseumbasel.ch/eMuseumPlus?service=direct/1/ResultDetailView/result.t1.collection_detail.$TspReferenceLink.link&sp=10&sp=Scollection&sp=SelementList&sp=1&sp=3&sp=999&sp=SdetailView&sp=0&sp=Sdetail&sp=0&sp=F&sp=Sartist&sp=l4944, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=115457966

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    Franz Marc, Kämpfende Formen, 1914, Pinaktohek der Moderne, München – Quelle:  www.sammlung.pinakothek.de, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=145411855

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Donnerstag, 05. November 2026 -

„Ich, Gustave Courbet. Maler und Rebell“ im Museum Folkwang und die Villa Hügel

 Mit vor Schreck weit aufgerissenen Augen und sich selbst das Haar raufend, blickt ein Mann aus dem Werk Der vor Angst Wahnsinnige hervor. Für den Betrachter ist klar: hier zeigt sich Gustave Courbet selbst. Der Künstler folgt damit dem Beispiel der holländischen Maler des 17. Jahrhunderts, die mit der Gattung „Tronie“ – die weniger als  eine Portraitdarstellung als vielmehr die Wiedergabe eines Charakters gilt – ihre Virtuosität unter Beweis stellen wollen.

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    Gustave Courbet, Selbstportät mit schwarzem Hund, 1842, Petit Palais, Paris – Quelle: https://www.parismuseescollections.paris.fr/en/node/227075, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=131796

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    Gustave Courbet, Der Mann verrückt vor Angst, ca. 1844, Nationalmuseum Oslo – Quelle: IwF_SJQDcBUZDg at Google Cultural Institute, zoom level maximum, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=29835187

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    Gustave Courbet, Der verwundete Mann, ca. 1844-54, Musée d'Orsay – Quelle: Selected work 29 from Self Portrait: Renaissance to Contemporary (Anthony Bond, Joanna Woodall, ISBN 978-1855143579)., Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=11884544

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    Gustave Courbet, Steinehauer, 1849 – Quelle: Von Gustave Courbet - The Yorck Project (2002) 10.000 Meisterwerke der Malerei (DVD-ROM), distributed by DIRECTMEDIA Publishing GmbH. ISBN: 3936122202., Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=149681 

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    Gustave Courbet, Bauern bei der Rückkehr vom Markt, 1850 – Quelle: Von Gustave Courbet - https://memoirevive.besancon.fr/search/results?q=Gustave+Courbet+&scope=all&mapBounds=&page=1&mapBounds=&facet_media=image&facet_organizationResponsibleForIntellectualAccess=Mus%C3%A9e+des+Beaux-Arts+et+d%27Arch%C3%A9ologie&page=1, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=114029274

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    Gustave Courbet, Bonjour MonsieurCourbet, 1854, Musée Fabre – Quelle: 1. The Yorck Project (2002) 10.000 Meisterwerke der Malerei (DVD-ROM), distributed by DIRECTMEDIA Publishing GmbH. ISBN: 3936122202.2./3. Musée Fabre, Official gallery link (French, click UK flag icon at top right for English)4. Freunde der Nationalgalerie, Staatliche Museen zu Berlin, Presse, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=149648

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    Gustave Courbet, Die Kornsieberinnen, 1855 – Quelle: 1. The Yorck Project (2002) 10.000 Meisterwerke der Malerei (DVD-ROM), distributed by DIRECTMEDIA Publishing GmbH. ISBN: 3936122202.2. Bridgeman Art Library: Objekt 20111, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=149652

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Doch Courbet bricht zugleich mit der Tradition, indem er die idealisierende Ästhetik des Klassizismus und der Romantik ablehnt und das einfache Leben und die Wirklichkeit zu einem bildwürdigen Motiv erhebt. Diese kompromisslose Haltung, kombiniert mit einer innovativen Maltechnik, machen Gustave Corubet nicht nur zu einem Wegbereiter der Moderne, sie bilden auch die Grundlage für seine radikale Bildsprache. Diesem „Grenzgänger zwischen Kunst, Gesellschaft und Politik“ widmet das Museum Folkwang eine große Retrospektive.


Villa Hügel

Für den Nachmittag ist ein Besuch der Villa Hügel in Essen geplant. Der in einem rund 28 Hektar großen Park gelegene Wohnsitz der Familie Krupp gilt als Symbol der Unternehmerfamilie Alfred Krupp, die ihren Aufstieg der Industrialisierung Deutschlands zu verdanken hat.

Nach der Fertigstellung der Villa lebte die Familie von 1873 – teilweise mit 650 Bediensteten – in dem Anwesen, bis sie sich 1931 aufgrund der wirtschaftlichen Folgen des Ersten Weltkriegs gezwungen sah, in ein bescheideneres Haus umzuziehen. Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten und der beginnenden Rüstungsproduktion für den Zweiten Weltkrieg wurde die Firma Krupp zu einem der wichtigsten Waffenproduzenten des Dritten Reichs. Nach Kriegsende wurde die Villa Hügel bis zum Jahr 1952 von der britisch-amerikanischen Kontrollkommission genutzt. Ein Jahr später entschloss sich die Familie Krupp das Anwesen für Ausstellungen und Kulturveranstaltungen freizugeben und es so der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.


Freitag, 06. November -

Wuppertal – Schön & streng.  Die Macht des Ornaments und Unna - das Zentrum für Lichtkunst

In einer Zeit, in der tagtäglich eine Welle von Bildern in den elektronischen Medien über uns hineinbricht, macht sich das Von der Heydt-Museum Wuppertal auf die Suche nach Festigkeit und Klarheit, die sich in ornamentalen und geometrischen Strukturen verbergen. Dafür bedient es sich seiner eigenen Sammlung, vor allem seiner Werke von Matisse und Macke, die sich von der akademischen Tradition lösen und Form, Fläche und Farbe zum Motive machen. Was in erster Linie wie eine Auseinandersetzung mit sich wiederholenden Formen wirkt, die allein auf die Freude der reinen Betrachtung oder die sinnliche Lust des Anschauens ausgelegt sind, erlaubt einen tieferen Einblick in die Bedeutung des Ornaments. So verbergen sich in jeder ornamentalen Darstellung auch die künstlerischen Ansätze ihrer Zeit und damit nicht genug: das Ornament und die Übernahme fremder Muster sind auch Sinnbild globaler Kultur. 

Unna - Zentrum für Internationale Lichtkunst

In Unna liegt ein weiteres Highlight unserer Reise: Das Zentrum für Internationale Lichtkunst. Auf dem rund 2.600 Quadratmeter großen, ehemaligen Gelände der Lindenbrauerei werden heute ausschließlich Werke der avantgardistischen Gattung Lichtkunst ausgestellt, was das ZFIL weltweit einzigartig macht. Es ist nicht nur das erste und einzige seiner Art, sondern durch die Nutzung der ehemaligen Brauerei als Ausstellungsraum entsteht auch ein spannender Dialog zwischen Vergangenheit und Zukunft.


Samstag, 07. November 2026 - Zeche Zollverein und Gasometer 

Die Zeche Zollverein ist in vielerlei Hinsicht außergewöhnlich. Einst die größte und modernste Steinkohleförderanlage der Welt, treffen hier – ganz in Bauhaus Manier – Form und Funktion aufeinander, was den Industriekomplex noch heute zu einem einzigartigem, baulichen Ausdruck der industriellen Moderne des 20. Jahrhunderts macht.

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    Tor zur Zeche Zollverein, 2013 – Quelle: Avda - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=24838162 

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    Zeche Zollverein Ruhr Museum – Quelle: Spyrosdrakopoulos - Own work, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=39071388 

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    Zeche Zollverein Ruhr Museum_Blick auf die ehemalige Produktionsanlage – Quelle: Spyrosdrakopoulos - Own work, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=39071388 

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    Zeche Zollverein Ruhrmuseum Ebene 12 Gedächtnis – Quelle: By Jean Housen - Own work, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=73474681

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Fritz Schupp und Martin Kremmer – die Architekten von Schacht XII. – folgten in ihrem Entwurf für die Anlage der Symmetrie und Geometrie und erschufen so ein harmonisches Gesamtwerk.

Die Industriearchitektur der Zeche bietet der klassischen Moderne einen außergewöhnlichen Rahmen, aber auch die einstige Produktionsleistung der Anlage ist bemerkenswert. Die Zeche Zollverein war bei einer Fördermenge von 12.000 Tonnen Kohle täglich über Jahrzehnte die leistungsstärkste Tiefbauzeche der Welt. 2001 wurde sie zum UNESCO-Welterbe ernannt.

Mythos Wald im Gasometer

In Oberhausen, nur wenige Kilometer von der Zeche Zollverein entfernt, befindet sich der Gasometer, welcher wie die Zeche zu einem Museum umgenutzt wurde. Nach der Stilllegung des einst größten Gasbehälters Europas 1988 entstand eine jahrelange Diskussion über seine weitere Nutzung, die beinahe mit dem Abriss des heutigen Industriedenkmals geendet hätte. Heute bietet dieses Meisterwerk der Ingenieurskunst nicht nur ein unvergleichliches Raumerlebnis, sondern auch einzigartige Begebenheiten für Ausstellungen, Theater und Musik.

2026 ist die Ausstellung Mythos Wald als dritter Teil der Trilogie der Erde Das zerbrechliche Paradies (2021) und Planet Ozean (20024) zu sehen. In der Schau werden wissenschaftliche Fakten künstlerisch umgesetzt. So entsteht eine überraschende, emotionale als auch fesselnde Ausstellung über die faszinierende Schönheit der Wälder. Ein Highlight von Mythos Wald ist das Originalskelett eines vor rund 7.000 Jahren ausgestorbenen Riesenhirschs oder auch die Lichtskulptur Der Baum,  eine Lichtinstallation,  die vom Wurzelwerk des „Baums“ bis zu seiner Krone über 35 m hoch im Gasometer aufragt. 

Wer möchte, kann die Gelegenheit nutzen und mit dem Aufzug auf das Dach des Gasometers fahren, um einen Blick über das gesamte westliche Ruhrgebiet zu werfen.


Sonntag, 08. November 2026 -

Thomas Schütte Halle und Rückreise 

Eine Streichholzschachtel, auf der ein Kartoffelchip liegt, so könnte die erste Idee und die frühen Entwürfe der Skulpturenhalle des Zeichners und Bildhauers Thomas Schütte beschrieben werden, die sich heute am Rande von Neuss aus der ebenen Landschaft erhebt. Die Skulpturenhalle zeigt die Begeisterung des Künstlers für das Entwerfen. Immer wieder befasst sich Schütte mit Architektur, er entwirft einen Eispavillon für die Documenta 8 und seit 2000 konzipiert er immer wieder Skizzen und Modelle bestimmter Bautypen, die dann durch Architekten umgesetzt werden.


Alternativprogramm

Da es zum jetzigen Zeitpunkt noch unklar ist, ob es im Spätjahr in der Thomas Schütte-Skulpturenhalle eine Ausstellung geben wird, erwägen wir alternativ auf der Heimreise einen Zwischenstopp im Arp Museum in Remagen zu machen oder die Sammlung Lauffs-Wegner in Bad Honnef zu besuchen.

Arp Museum

Sprechende Bilder 1400–1800

Im Herbst 2026 begegnen etwa 30 Highlights aus Historien- und Genremalerei des luxemburgischen Nationalmuseums für Geschichte und Kunst im Arp Museum Meisterwerken der Sammlung Rau. Im Dialog zwischen den beiden Sammlungen präsentiert sich erlebte als auch erdachte Geschichte sowie tieferliegende Grundwahrheiten über das menschliche Zusammenleben. 

Lauffs-Wegner

Sammlung Andra Lauffs-Wegner

Mit dem Entschluss ihre Kunstsammlung öffentlich zugänglich zu machen, erschuf die Sammlerin Andrea Lauffs-Wegner in Bad Honnef am Rhein ein Zentrum für internationale Kunst der Gegenwart. Die rund 300 Werke meist Skulpturen, Installation, Fotografie oder Malerei stammen aus den verschiedenen Jahrzehnten der Fokus von Lauffs-Wegner liegt aber deutlich auf zeitgenössischer Kunst.


Mittwoch, 04.11. bis Sonntag, 08.11.2026

Treffpunkt: Karlsruhe Hauptbahnhof

Leitung: Dr. Elisabeth Spitzbart

959 € für 4 Ü/FR im Motel One Essen am Kennedy-Platz, alle Eintritte, Führungen und Reiseleitung

EZ-Zuschlag: 200