Maria Magdalena und Leonor Fini in Frankfurt
Donnerstag, 26.11.2026
Maria Magdalena - Sin. Pray. Love im Städel Frankfurt
Von den Schriften des Neuen Testaments über mittelalterliche Legenden bis in die heutige Zeit hat Maria Magdalena in der Kunst unzählige Deutungen erfahren. Dabei spiegelt sie immer auch Vorstellungen von Weiblichkeit, Spiritualität und Eigenständigkeit in der jeweiligen Zeit. Die Ausstellung zeigt, wie sich das Bild der Heiligen Frau über die Jahrhunderte gewandelt hat – von der asketischen Büßerin über die ekstatische Heilige bis zur modernen, selbstbestimmten Frau als Identifikationsfigur. Maria Magdalena wird dabei als Projektionsfläche kultureller und religiöser Vorstellungen und zugleich als eigenständige, vielstimmige Gestalt gezeigt, die zwischen Körper, Glaube und den ihr zugeschriebenen gesellschaftlichen Rollen vermittelt.
In etwa 100 Werken aus dem Städel, dem Liebighaus, aber auch aus bedeutenden deutschen und internationalen Sammlungen, veranschaulicht die Ausstellung die künstlerische und emotionale Bandbreite der Darstellungen der Maria Magdalena. Zu sehen sind u.a. Arbeiten von Albrecht Dürer, Pedro de Mena, Guercino, Georges de la Tour, Claude Lorrain, Auguste Rodin, Arnold Böcklin und Max Beckmann. Ein besonderer Fokus liegt auf auf Künstlerinnen, die sich mit der biblischen Figur beschäftigt haben wie Artemisia Gentileschi, Lavinia Fontana, Elisabetta Sirani, Lotte Laserstein, Kiki Smith oder Marlene Dumas.

Leonor Fini in der Schirn
Die Kunsthalle Schirn in Frankfurt widmet der Künstlerin Leonor Fini (1907–1996) die erste große Retrospektive in Deutschland und präsentiert mit rund 100 Werken einen umfassenden Einblick in ihr Œuvre. Fini war als Künstlerin und Privatperson eine Rebellin. Mit ihrem charakteristisch altmeisterlichen Stil schuf sie traumartige Szenen, die klassische Geschlechterrollen umkehren und zeigt uns Priesterinnen, Sphinxe, hybride Gestalten.
Trotz ihrer Nähe zum Surrealismus bewahrte sich Fini stets ihre Unabhängigkeit und entfaltete eine unverwechselbare Bildsprache zwischen Traum, Mythos und theaterhaften Inszenierungen. Geboren in Buenos Aires, aufgewachsen in Triest und geprägt von der Renaissance, dem Symbolismus, der deutschen Romantik sowie dem magischen Realismus entwickelte die Autodidaktin kraftvolle Darstellungen starker Frauen und androgyner Figuren, häufig als Neuinterpretationen historischer Vorbilder. Emanzipation, Eros, Okkultismus, Tod und Verwandlung durchziehen ihr Werk ebenso wie der spielerische Umgang mit Masken, Kostümen und Rollenbildern. Die Auseinandersetzung mit ihrer Rolle als Frau und Künstlerin ist ein zentrales Thema ihres Werks.
Donnerstag, 03.12.2026, 08.00 Uhr
Treffpunkt: Karlsruhe Hbf, Busbahnhof
Leitung: Dr. Elisabeth Spitzbart
xxx ? Für Busfahrt, Eintritte, Führungen und Reiseleitung



