Auf den Spuren des Sechsstädtebundes
Städte, Klöster und Dörfer der Oberlausitz
Dienstag, 10. August bis Sonntag, 15. August 2027
2021 jährte sich das 675. Gründungsjubiläum des oftmals mit dem Hansebund verglichenen Oberlausitzer Sechsstädtebundes. Zwar bestand dieser in seiner ursprünglichen Form lediglich rund 200 Jahre – von 1346 bis 1547 –, prägte jedoch das Verhältnis der Städte zueinander und zur böhmischen Krone nachhaltig. Gegründet durch die Städte Löbau, Kamenz, Bautzen, Görlitz, Zittau und Lauban (Lubań, heute Polen), diente der Bund dem Schutz des Landfriedens gegen das Raubrittertum und Übergriffe des Adels. Die Befriedung der böhmischen Oberlausitz führte zu großem Ansehen und einem erheblichen wirtschaftlichen Aufschwung der Region. Durch die Position des Bundes im Schmalkaldischen Krieg gegen Kaiser Karl V. endete die Blütezeit des Bundes; mit weit geringerer Bedeutung existierte er jedoch noch bis zum Wiener Kongress 1815. Danach wurde die Oberlausitz geteilt: Der westliche Teil verblieb bei Sachsen, während der östliche Teil mit Görlitz und Lauban an Preußen fiel und der Provinz Niederschlesien angeschlossen wurde.
Von unserem Standort Görlitz, einer der vielleicht schönsten Städte Deutschlands, besuchen wir die fünf auf deutscher Seite verbliebenen Städte des Bundes sowie die Zisterzienserklöster St. Marienthal und St. Marienstern. Darüber hinaus erkunden wir idyllische Dörfer mit der regionaltypischen Umgebindebauweise im Bergland sowie den UNESCO-geschützten Park des Fürsten Pückler in Bad Muskau.
Dienstag, 10. August 2027 – Individuelle Anreise nach Görlitz
Nach Ihrer individuellen Anreise empfängt Sie der Architekturhistoriker und Denkmalpfleger Arne Franke am Abend in der Neißestadt Görlitz. Die Stadt, die sicherlich zu den schönsten Deutschlands zählt, wird in den kommenden Tagen Ihr festes Standquartier sein. Am Abend werden wir gemeinsam im Hotel essen.
Mittwoch, 11. August 2027 –
1. Stadtrundgang in Görlitz und Bad Muskau
Vormittags erkunden wir zunächst die historische Altstadt von Görlitz. Unser Rundgang führt unter anderem über Ober- und Untermarkt mit ihren beeindruckenden Handelshäusern zur nahegelegenen Synagoge. Der um 1910 entstandene Bau zählt zu den bedeutenden Zeugnissen der Reformarchitektur und setzte mit seiner modernen Formensprache neue Maßstäbe. Zugleich gehört die Görlitzer Synagoge zu den wenigen erhaltenen jüdischen Großbauten in Deutschland, die die Pogromnacht von 1938 überstanden. In den vergangenen Jahren wurde sie aufwändig restauriert.
Nach dem Mittagessen in einem historischen Gasthof führt unsere Reise in den UNESCO-geschützten Landschaftspark des Fürsten Hermann von Pückler in Bad Muskau. Nach einer Besichtigung des äußerlich wiederhergestellten Schlosses mit der Ausstellung „Pückler! Pückler? Einfach nicht zu fassen!“ werden wir fachkundig durch die weitläufige, nach englischem Vorbild gestaltete Parkanlage geführt. Sie wurde 2004 in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen. Ein Abendessen in einem von Ihnen individuell gewählten Restaurant beschließt den ersten Reisetag.
Donnerstag, 12. August 2027 – 2. Stadtrundgang in Görlitz, Königshain und Bautzen
Vormittags besichtigen wir zunächst das Schlesische Museum zu Görlitz. Neben einer Einführung in die Kulturgeschichte Schlesiens erleben wir mit dem „Schönhof“ eines der bedeutendsten Renaissancegebäude der Stadt. Der aufwändig restaurierte Bau gilt als ältester datierter Profanbau der Renaissance in Deutschland.
Anschließend geht es zum „Heiligen Grab“, einer weitgehend authentischen, kurz vor 1500 errichteten Nachbildung des ursprünglichen Grabbaues in Jerusalem, die in einen symbolischen Landschaftsgarten eingebettet ist. Über einen historischen Prozessionsweg gelangen wir durch die Nikolaivorstadt mit ihrer alten Pfarrkirche und dem Friedhof des 18. Jahrhunderts zur zweitürmigen Peterskirche. Die fünfschiffige Hallenkirche besitzt mit der bedeutenden, Anfang des 18. Jahrhunderts geschaffenen „Sonnenorgel“ ein herausragendes Kunstwerk, das wir bei einer Orgelvorführung auch hören werden.
Nach dem Mittagessen fahren wir durch die reizvolle Mittelgebirgslandschaft der Königshainer Berge, ein Granitmassiv westlich von Görlitz, nach Königshain. Hier besuchen wir den weitläufigen Schlosspark, in den gleich drei geschichtsträchtige Adelssitze eingebettet sind: das Barockschloss, ein kleineres Renaissanceschloss und der „Steinstock“ als Rest eines spätmittelalterlichen Wohnturms.
Anschließend fahren wir in das an der Spree gelegene Bautzen, das sicherlich eines der schönsten Stadtbilder Sachsens bietet. Auf einem Stadtrundgang besichtigen wir den Dom St. Petri, der seit der Reformation als Simultankirche genutzt wird, die Ortenburg als einstiges Verwaltungszentrum des Sechsstädtebundes sowie die Alte Wasserkunst, die die über der Spree gelegene Stadt einst mit Wasser versorgte. Danach Rückfahrt nach Görlitz und individuelles Abendessen.
Freitag, 13. August 2027 – Kloster St. Marienthal, Zittau und Herrnhut
Nach dem Frühstück fahren wir nach Süden. Zunächst besuchen wir das 1234 gegründete Zisterzienserinnenkloster St. Marienthal, das zu den ältesten nach wie vor von einem Nonnenkonvent bewohnten Abteien des Reformordens zählt.
Anschließend besuchen wir die im Dreiländereck zwischen Deutschland, Tschechien und Polen gelegene Stadt Zittau. Nach einem Rundgang durch die reizvolle Altstadt mit Rathaus, imposantem Salzhaus und der von Schinkel umgebauten Johanniskirche genießen wir vom Kirchturm einen wunderbaren Rundblick über die Stadt und das nahe gelegene Zittauer Gebirge. Anschließend lassen wir uns durch die faszinierende alt- und neutestamentliche Bilderwelt des weltberühmten Großen Fastentuchs führen, das in der Kreuzkirche – hängend in der weltgrößten Vitrine – aufbewahrt wird.
Den Nachmittag verbringen wir in der „Umgebindehauslandschaft“ der Oberlausitz. In Obercunnersdorf erwarten uns zahlreiche restaurierte, charakteristische Umgebindehäuser, die diese Kulturlandschaft in besonderer Weise prägen. Inmitten dieser alten Kulturlandschaft liegt zudem die Wiege der Herrnhuter Brüder-Unität. Das gleichnamige kleine Städtchen erlangte mit seinen spätbarocken Bauten im Jahr 2024 als transnationale Welterbestätte Eintrag in die UNESCO-Welterbeliste.
Wir spazieren durch den von Graf Nikolaus Ludwig von Zinzendorf 1722 für die aus Böhmen geflohenen „Böhmischen Brüder“ gegründeten Ort und besuchen den jüngst renovierten und im Innern original rekonstruierten Kirchensaal sowie den „Gottesacker“. Nach einer kurzen Besichtigung des wenige Kilometer entfernten Schlosses des Grafen in Berthelsdorf fahren wir zurück nach Görlitz.
Samstag, 14. August 2027 – 3. Stadtrundgang in Görlitz, Löbau und Kamenz
Nach dem Frühstück setzen wir unseren Rundgang durch Görlitz fort. Mit dem „Biblischen Haus“ besichtigen wir ein typisches Görlitzer Hallenhaus, das mit seiner renaissancezeitlichen Fassadenzier – einer in Stein gehauenen Gegenüberstellung von Szenen aus dem Alten und Neuen Testament – wohl einzigartig sein dürfte. Im angrenzenden „Barockhaus“ des frühen 18. Jahrhunderts besuchen wir die Wohn- und Repräsentationsräume eines der reichsten Görlitzer Kaufleute. Heute beherbergt das Gebäude große Teile der Sammlungen des Görlitzer Museums für Kunst und Kultur sowie die Oberlausitzische Bibliothek der Wissenschaften.
Von Görlitz nach Westen fahrend, besuchen wir Löbau, die kleinste Stadt des einstigen Sechsstädtebundes, die zur Konventsstadt der Vereinigung erkoren wurde. Auf dem Löbauer Berg wurde 1854 der gusseiserne „König-Friedrich-August-Turm“ errichtet. Wir können ihn besteigen und von dort die Aussicht über das Oberlausitzer Bergland genießen. Nach dem Mittagessen in einer nahe gelegenen Aussichtsgaststätte besichtigen wir das 1933 nach Entwürfen des Architekten Hans Scharoun fertiggestellte „Haus Schminke“. Es zählt zu den Architekturikonen der Klassischen Moderne und wurde bis zum Jahr 2000 vorbildlich restauriert.
Die anschließende Fahrt durch das Land der Sorben führt uns ins Zisterzienserinnenkloster St. Marienstern. Die Führung durch das seit 1248 ununterbrochen bestehende Kloster gibt Einblicke in das mehr als 770 Jahre währende monastische Leben der bis heute von Nonnen des Ordens bewohnten Abtei.
Von hier sind es nur noch wenige Kilometer in die Sechsstadt Kamenz, die Geburtsstadt von Gotthold Ephraim Lessing. Ein Spaziergang durch den gut erhaltenen Stadtkern mit dem von einem Schüler Karl Friedrich Schinkels erbauten Rathaus führt uns zur ehemaligen Klosterkirche St. Annen. Die einstige Franziskanerkirche ist heute ein museal genutzter Sakralbau mit einer beeindruckenden Sammlung gotischer Flügelaltäre. Danach Rückfahrt nach Görlitz und individuelles Abendessen
Dienstag, 15.08. bis Sonntag, 20.08.2027
Treffpunkt:
Reiseleitung:
XXX € für X











