Klassisches Thüringen

Mittwoch, 01. Juli bis Sonntag, 05. Juli 2026

Auch in diesem Jahr möchten wir unsere Erkundungen des deutschen Ostens mit Ingrid Bathe aus Potsdam fortsetzen. Gotha, einst Teil des Herzogtums Sachsen-Coburg-Gotha, welches über eine interessante Geschichte sowie eine Epochen überspannende Kunstsammlung verfügt, wird der Ausgangspunkt unseres Streifzuges durch die jahrhundertelange Kunst- und Kulturgeschichte des Landes sein. Neben Erfurt und Weimar besuchen wir auch weniger bekannte Städte wie Arnstadt oder Meiningen.



Mittwoch, 01.07.2026

Fahrt nach Gotha

Wir starten am frühen Morgen, sodass wir schon um die Mittagszeit in Gotha ankommen können. Nach einem Mittagsimbiss starten wir gleich ins Programm und erleben  bei einem Spaziergang zum Schloss Friedenstein mit seinen Park- und Orangerie-Anlagen die Geschichte des Herzogtums.

Anschließend besuchen wir das Herzogliche Museum mit seinen Kunstschätzen von der Antike bis zur Neuzeit. Nach der anstrengenden Anreise begnügen uns mit einer Kurzführung zu den Highlights der Sammlung.

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    Blick vom Schlossberg über die Wasserkunst auf den oberen Hauptmarkt mit dem alten Rathaus; Quelle: Stefan Christian Hoja - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=71689083

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    Herzogliches Museum, Kunstmuseum Stiftung Schloss Friedenstein Gotha; Quelle: Krzysztof Golik - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=94176887

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    Lucas Cranach d.Ä., 1516–20: Christus und Maria Magdalena

    Quelle: Lucas Cranach der Ältere - 1. kleio.org2. nevsepic.com.ua, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5119634

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Donnerstag, 02.07.2026: Fahrt nach Erfurt


In Erfurt erleben wir vorrangig mittelalterliches Erbe. Wir starten mit einer Führung durch das ehemalige Augustiner-Kloster. Zwischen 1505 und 1511 gehörte Martin Luther dem Kloster an. 1507 wurde er zum Priester geweiht und las hier am 2. Mai 1507 seine erste Messe.

Bei Luftangriffen am 25. Februar 1945 wurde der gesamte Klosterbereich erheblich in Mitleidenschaft gezogen. Völlig zerstört wurden das Bibliotheksgebäude und die Waidhäuser, schwer beschädigt die Klausur, Kirche, Kreuzgang, das Waisenhaus und das Gästehaus. Vieles wurde nach Kriegsende wieder errichtet, nach der Wende erfolgte weitere Restaurierungen und Modernisierungen der Klostergebäude.

Ganz in der Nähe des Augustinerkloster wurden in der Waagegasse vor einigen Jahren eine ganz besondere Entdeckung gemacht: die älteste erhaltene mittelalterliche Synagoge konnte in einem Gebäude erkannt und rekonstruiert werden. Sie ist Zeugnis einer der wichtigsten jüdischen Gemeinden des Mittelalters. Der älteste nachgewiesene Bauabschnitt lässt sich um 1100 datieren.

Von hier aus geht es zur weltberühmten Krämerbrücke, dem Wahrzeichen der Landeshauptstadt. Sie ist das älteste profane Bauwerk Erfurts. Ihre Besonderheit: sie besitzt bis heute eine beidseitige, geschlossenen Brückenbebauung mit Fachwerkhäusern und ist die längste durchgehend mit Häusern bebaute Brücke Europas.Dabei überspannt sie die Gera (die hier „Breitstrom“ genannt wird) und verbindet den Benediktsplatz im Altstadtkern mit dem Wenigemarkt in der östlichen Altstadterweiterung.


Nach einer Mittagspause streifen wir weiter durch Gassen und über Märkte der Altstadt und erreichen den Erfurter Dom. Majestätisch thront er über den Domplatz und ist eines der eindrucksvollsten Wahrzeichen der Stadt, das von einer über 700-jährigen Geschichte erzählt. Seine Architektur vereint romanische Ursprünge mit einer beeindruckenden Hochgotik, die in den gewaltigen Chorraum und den filigranen Maßwerken sichtbar wird.

Besonders hervorzuheben sind die mittelalterlichen Glasfenster, die zu den kostbarsten Farbverglasungen Europas zählen, sowie die berühmte Glocke „Gloriosa“, ein Meisterwerk spätmittelalterlicher Gießer­kunst. Als Gesamtensemble mit der Severikirche bildet der Dom einen historischen und künstlerischen Höhepunkt, der die Entwicklung sakraler Baukunst über Jahrhunderte hinweg beispielhaft sichtbar macht.


Auf dem Domhügel genießen wir die schöne Aussicht über die Innenstadt, ehe  wir uns auf den Rückweg nach Gotha machen. 

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    Blick auf den Erfurter Dom und Severikirche, Quelle: By Eremeev, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=35070053

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    Portalfiguren am Erfurter Dom; Quelle: FrDr - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=151741472


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    Stuckretabel mit Madonna im Erfurter Dom; Quelle: Von James Steakley - Selbst fotografiert, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5917339

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    Marienalter in der Severikirche Erfurt, 1510; Quelle: Virtual-Pano - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=94270399 

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Freitag, 03. 07.2026

Fahrt nach Weimar und Arnstadt

Den Vormittag werden wir in Weimar – der Stadt der Dichter und Denker – verbringen. Neben Herder, Wieland und Schiller zählt Goethe, dessen ehemaliges Wohnhaus wir besichtigen werden, zu den wohl berühmtesten Bewohnern der Stadt. Das im Stil des Barocks erbaute Haus am Frauenplan in dem der Schriftsteller bis zu seinem Tod lebte, zeigt noch heute den weitgehend unveränderten Zustand seiner letzten Jahre und ermöglicht uns so einen unverfälschten Einblick in dessen Leben.

Die Entwicklung Weimars zur Kulturmetropole ist neben den zahlreichen Dichtern und Denkern auch die Mäzenin Anna Amalia von Braunschweig-Wolfenbüttel, deren Namen auch die Herzogin-Anna-Amalia-Bibliothek trägt, welche wir besuchen wollen. Auch die Herderkirche, deren heutige Form auf ihren Wiederaufbau nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg basiert, erinnert an den Philosophen Johann Gottfried Herder, einem weiteren bekannten Vertreter Weimars. Unseren Stadtrundgang durch Weimar endet am Nationaltheater, wo 1919 die Weimarer Verfassung verabschiedet wurde.

Davor steht das weltberühmte Doppelstandbild der Dichterfürsten Goethe und Schiller.

Nach einer Mittagspause fahren wir nach Arnstadt, die älteste aller thüringischen Städte und Ausgangspunkt der Karriere Johann Sebastian Bachs als Organist. Der 18-jährige Bach begann sein Schaffen auf einer Orgel, die heute noch in der Bach-Kirche bestaunt und gehört werden kann. Ein Altstadtbummel über den Markt führt uns zu den Wirkungsstätten Martin Luthers und durch die verwinkelten Gassen zur Liebfrauenkirche, einem der wichtigsten Kirchenbauten aus der Übergangsphase zwischen Romanik und Gotik sowie und Heimat der Thüringer Madonna. Auf dem Rückweg zum Hotel passieren wir die Burgen Landschaft der Drei Gleichen – der Mühlburg, der Burg Gleichen und der Wachsenburg – und erfahren was hinter dem gemeinsamen Namen steckt.


Samstag, 04.07.2026

Fahrt Eisenach und Mühlhausen

Anschließend an der vorherigen Tag besuchen wir heute die Geburtsstadt Johann Sebastian Bachs: Eisenach. Zu Ehren des begabten Komponisten entstand hier auch eines der schönsten Musikermuseen Deutschlands, wo heute unter anderem zahlreiche Originalexponate einen einmaligen Einblick in Leben und Schaffen Bachs erlauben. Nach unserer Führung durchs Bachhaus, führen uns die Spuren einer weiteren berühmten Persönlichkeit Eisenachs zur Wartburg.

Das heutige Unesco-Welterbe war und ist Schauplatz deutscher Kultur, sie bot Martin Luther nach seinem mutigen Auftritt in Worms Schutz und ist mit der Heiligen Elisabeth auch Sinnbild für tätige Nächstenliebe.

Nachdem wir unsere Mittagspause im Herzen der Stadt Eisenach verbracht haben, machen wir uns auf den Weg nach Mühlhausen.

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    Bach-Haus Eisenach; Quelle: NoRud - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=39353043 

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    Componir-Stube im Bachhaus; Quelle: Bachhaus.eisenach - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=17408354

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    Einblick in den Neubau des Bach-Haueses; Quelle: Bachhaus.eisenach - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=17409049

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    Häuser am Untermarkt in Mühlhausen; Quelle: I, Michael Sander, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=2502702

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    Divi-Blasii- Kirche in Mühlhausen; Quelle: Chris06 - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=117226804

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    Jakobikirche in Mühlhausen; Quelle: Jürgen Katzer, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=11653060 

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Die prachtvollen Bürgerhäuser, Großkirchen wie Divi-Blasii-Kirche oder die Jakobikirche und die gut erhaltene Stadtbefestigung, verdeutlichen uns noch heute die Bedeutung der früheren Freien Reichsstadt, die wir bei einem Spaziergang gemeinsam erkunden wollen. 


Sonntag, 05.07.2026

Heimfahrt mit Zwischenstopp in Meiningen

Die Heimfahrt nutzen wir um bei einem Zwischenstopp Meiningen kennenzulernen. Die kunstsinnigen Herzöge Sachsen-Meiningen erschufen in der Residenzstadt eine vielfältige Kulturlandschaft, die noch heute im Staatstheater und dem Barockisierung der Elisabethenburg zu einem prächtigen Schloss sichtbar ist. Die Zeit nach dem Besuch von Schloss Elisabethenburg nutzen wir für einen kurzen Stadtbummel mit Imbiss, bevor wir die Rückreise nach Karlsruhe antreten. 


Mittwoch, 01.07. bis Sonntag, 05.07.2026

Treffpunkt: Karlsruhe Hauptbahnhof, Busbahnhof, 07.30 Uhr

Leitung: Dr. Elisabeth Spitzbart

Konzeption und Führungen: Dipl. Ing. Ingrid Bathe

989 € für Busfahrt, 4 Ü im Hotel Schlossgarten Gotha, alle Eintritte, Führungen und Reiseleitung

EZ-Zuschlag: 104 €