Klassisches Thüringen

Mittwoch, 01. Juli bis Sonntag, 05. Juli 2026

Auch in diesem Jahr möchten wir unsere Erkundungen des deutschen Ostens mit Ingrid Bathe aus Potsdam fortsetzen. Gotha, einst Teil des Herzogtums Sachsen-Coburg-Gotha, welches über eine interessante Geschichte sowie eine Epochen überspannende Kunstsammlung verfügt, wird der Ausgangspunkt unseres Streifzuges durch die jahrhundertelange Kunst- und Kulturgeschichte des Landes sein. Neben Erfurt und Weimar besuchen wir auch weniger bekannte Städte wie Arnstadt oder Meiningen.



Mittwoch, 01.07.2026: Fahrt nach Gotha

Wir starten am frühen Morgen, sodass wir schon um die Mittagszeit in Gotha ankommen können.
Nach einem Mittagsimbiss starten wir gleich ins Programm und erleben  bei einem Spaziergang zum Schloss Friedenstein mit seinen Park- und Orangerie-Anlagen Einblicke in die  Geschichte des Herzogtums.


Anschließend besuchen wir das Herzogliche Museum mit seinen Kunstschätzen von der Antike bis zur Neuzeit.  Der Sammelleidenschaft der Gothaer Herzöge verdankt das Haus heute einen breit gefächerten Bestand von ägyptischen Mumien über antike Vasen, Skulpturen und Goldschmuck, Korkmodelle antiker römischer Gebäude und Kunstschätze aus China und Japan. Zu den Höhepunkten mitteleuropäischer Kunst zählen Gemälde von Lucas Cranach d. Ä. oder Peter Paul Rubens bis zu Caspar David Friedrich. Einzigartig ist das weltberühmte „Gothaer Liebespaar“, ein ebenso mysteriöses wie künstlerisch herausragendes Gemälde der Vor-Dürer-Zeit. Dazu kommen bemerkenswerte keramischen Sammlungen vom 16. bis 18. Jahrhundert. Nach der anstrengenden Anreise begnügen uns mit einer Kurzführung zu ausgewählten Highlights der Sammlung. Nach Absprache gemeinsamer oder individueller Rückweg ins Hotel.

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    Blick vom Schlossberg über die Wasserkunst auf den oberen Hauptmarkt mit dem alten Rathaus; Quelle: Stefan Christian Hoja - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=71689083

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    Herzogliches Museum, Kunstmuseum Stiftung Schloss Friedenstein Gotha; Quelle: Krzysztof Golik - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=94176887

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    Lucas Cranach d.Ä., 1516–20: Christus und Maria Magdalena

    Quelle: Lucas Cranach der Ältere - 1. kleio.org2. nevsepic.com.ua, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5119634

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Donnerstag, 02.07.2026: Fahrt nach Erfurt


In Erfurt erleben wir vorrangig mittelalterliches Erbe. Wir starten mit einer Führung durch das ehemalige Augustinerkloster. Zwischen 1505 und 1511 gehörte Martin Luther dem Kloster an. 1507 wurde er zum Priester geweiht und las hier am 2. Mai 1507 seine erste Messe.

Bei Luftangriffen am 25. Februar 1945 wurde der gesamte Klosterbereich erheblich in Mitleidenschaft gezogen. Völlig zerstört wurden das Bibliotheksgebäude und die Waidhäuser*, schwer beschädigt die Klausur, Kirche, Kreuzgang, das Waisenhaus und das Gästehaus. Vieles wurde nach Kriegsende wieder errichtet, nach der Wende erfolgten weitere Restaurierungen und Modernisierungen der Klostergebäude.


 [*Im 15. Jahrhundert war Erfurt zu einem Zentrum des Waidanbaus avanciert. Aus der  Waidpflanze wurde im Mittelalter blauer Farbstoff gewonnen.]



Ganz in der Nähe des Augustinerkloster wurden in der Waagegasse vor einigen Jahren eine ganz besondere Entdeckung gemacht: Die älteste erhaltene mittelalterliche Synagoge konnte in einem Gebäude erkannt und rekonstruiert werden. Sie ist Zeugnis einer der wichtigsten jüdischen Gemeinden des Mittelalters. Der älteste nachgewiesene Bauabschnitt lässt sich um 1100 datieren.

Von hier aus spazieren wir zur weltberühmten Krämerbrücke, dem Wahrzeichen der Landeshauptstadt. Sie ist das älteste profane Bauwerk Erfurts. Ihre Besonderheit: Sie besitzt bis heute eine beidseitige, geschlossenen Brückenbebauung mit Fachwerkhäusern und ist die längste durchgehend mit Häusern bebaute Brücke Europas. Dabei überspannt sie die Gera (die hier „Breitstrom“ genannt wird) und verbindet den Benediktsplatz im Altstadtkern mit dem Wenigemarkt in der östlichen Altstadterweiterung.


Nach einer Mittagspause streifen wir weiter durch Gassen und über Märkte der Altstadt und erreichen den Erfurter Dom. Majestätisch thront er über den Domplatz und ist eines der eindrucksvollsten Wahrzeichen der Stadt, das von einer über 700-jährigen Geschichte erzählt. Seine Architektur vereint romanische Ursprünge mit einer beeindruckenden Hochgotik, die in den gewaltigen Chorraum und den filigranen Maßwerken sichtbar wird.

Besonders hervorzuheben sind die mittelalterlichen Glasfenster, die zu den kostbarsten Farbverglasungen Europas zählen, sowie die berühmte Glocke „Gloriosa“, ein Meisterwerk spätmittelalterlicher Gießer­kunst. Als Gesamtensemble mit der Severikirche bildet der Dom einen historischen und künstlerischen Höhepunkt, der die Entwicklung sakraler Baukunst über Jahrhunderte hinweg beispielhaft sichtbar macht.


Auf dem Domhügel genießen wir die schöne Aussicht über die Innenstadt, ehe  wir uns auf den Rückweg nach Gotha machen

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    Blick auf den Erfurter Dom und Severikirche, Quelle: By Eremeev, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=35070053

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    Portalfiguren am Erfurter Dom; Quelle: FrDr - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=151741472


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    Stuckretabel mit Madonna im Erfurter Dom; Quelle: Von James Steakley - Selbst fotografiert, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5917339

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    Marienalter in der Severikirche Erfurt, 1510; Quelle: Virtual-Pano - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=94270399 

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Freitag, 03. 07.2026: Fahrt nach Weimar und Arnstadt


Den Vormittag werden wir in Weimar verbringen. Die Entwicklung Weimars zur Kulturmetropole verdankt die Stadt neben dem klassischen Viergestirn Goethe, Schiller, Herder und Wieland vor allem Anna Amalie (1739-1807), Herzogin von Sachsen-Weimar-Eisenach. Sie förderte die Entwicklung des deutschen Theaters und des bürgerlichen Singspiels. Sie baute in Weimar die herzogliche Privatbibliothek zu einer öffentlich-wissenschaftlichen Bibliothek aus. Bis heute präsent ist ihr Wirken im prächtigen Rokoko-Saal der nach ihr benannten Herzogin-Anna-Amalia- Bibliothek, den wir besuchen.


Johann Wilhelm von Goethe, dessen ehemaliges Wohnhaus am Frauenplan wir besichtigen werden, gehört zu den berühmtesten Bewohnern der Stadt. Sein im Stil des Barocks erbaute Haus am Frauenplan,  in dem der Schriftsteller bis zu seinem Tod lebte, zeigt noch heute den weitgehend unveränderten Zustand seiner letzten Jahre und ermöglicht uns so einen unverfälschten Einblick in dessen Leben.


Die sog. Herderkirche, deren heutige Form auf ihren Wiederaufbau nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg basiert, erinnert an den Philosophen und Theologen Johann Gottfried Herder, der von 1776 bis zu seinem Tode 1803 als Generalsuperintendent in der Stadtkirche wirkte und auf dem dazu gehörigen Friedhof begraben ist. Zu den Highlights ihrer Ausstattung gehört das Altarbild „Christus am Kreuz“ von Lukas Cranach dem Jüngeren. Unser Stadtrundgang durch Weimar endet am Nationaltheater, wo 1919 die Weimarer Verfassung verabschiedet wurde. Davor steht das weltberühmte Doppelstandbild der Dichterfürsten Goethe und Schiller.



Arnstadt

Nach der Mittagspause fahren wir nach Arnstadt, Das bereits 704 urkundlich erwähnte Arnstad ,gilt als eine der ältesten Städte Thüringens.

Berühmt ist sie als Bachstadt: Johann Sebastian Bach wirkte hier von 1703 bis 1707 als Organist. Als 18-jähriger hat er hier zum ersten Mal in der nach ihm benannten Kirche die Orgel gespielt und seine Karriere als Organist begonnen. Bis heute kann diese Orgel in der Bach-Kirche bestaunt und gehört werden. Ein Altstadtbummel über den Markt führt uns zu den Wirkungsstätten Martin Luthers und durch die verwinkelten Gassen zur Liebfrauenkirche, einem der wichtigsten Kirchenbauten aus der Übergangsphase zwischen Romanik und Gotik und Heimat der Thüringer Madonna.


Samstag, 04.07.2026: Fahrt Eisenach und Mühlhausen

Johann Sebastian Bach wurde 1685 in Eisenach geboren. In einem Haus, das sein Geburtshaus gewesen sein könnte, richtete die Stadt 1907 ein ihm gewidmetes Museum ein. Es gilt als eines der schönsten Musikermuseen Deutschlands, in dem zahlreiche Originalexponate einen einmaligen Einblick in das Leben und Schaffen Bachs erlauben. Im Rahmen der Führung erklingen kurze Musikstücke auf historischen Instrumenten.


Anschließend folgen wir den Spuren weiterer berühmter Persönlichkeit auf der Wartburg.

Die um 1067 gegründete, oberhalb von Eisenach am Rand des Thüringer Waldes gelegene Wartburg zählt zu den bedeutendsten Burgen Deutschlands. Im Mittelalter war sie Sitz der Landgrafen von Thüringen und ein wichtiges kulturelles Zentrum. Berühmt wurde sie durch den sagenhaften Sängerkrieg, bei dem mittelalterliche Dichter gegeneinander angetreten sein sollen. 1521 fand Martin Luther dort Zuflucht, nachdem er auf dem Reichstag zu Worms geächtet worden war und übersetzte hier unter dem Namen „Junker Jörg“ das Neue Testament ins Deutsche – ein Meilenstein der deutschen Sprachgeschichte. Seit dem Wirken der Heiligen Elisabeth von Thüringen im frühen 13. Jahrhundert ist sie zudem Sinnbild für tätige Nächstenliebe.  Wegen ihrer großen Bedeutung gehört die Wartburg seit 1999 zum UNESCO-Weltkulturerbe.

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    Bach-Haus Eisenach; Quelle: NoRud - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=39353043 

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    Componir-Stube im Bachhaus; Quelle: Bachhaus.eisenach - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=17408354

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    Einblick in den Neubau des Bach-Haueses; Quelle: Bachhaus.eisenach - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=17409049

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    Häuser am Untermarkt in Mühlhausen; Quelle: I, Michael Sander, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=2502702

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    Divi-Blasii- Kirche in Mühlhausen; Quelle: Chris06 - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=117226804

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    Jakobikirche in Mühlhausen; Quelle: Jürgen Katzer, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=11653060 

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Nach einer Mittagspause im Herzen der Stadt Eisenach machen wir uns auf den Weg nach Mühlhausen. Die prachtvollen Bürgerhäuser, Großkirchen wie die St. Blasii-Kirche oder die Jakobikirche und die gut erhaltene Stadtbefestigung, verdeutlichen uns noch heute die Bedeutung der früheren Freien Reichsstadt, die wir bei einem Spaziergang gemeinsam erkunden wollen.


Sonntag, 05.07.2026

Heimfahrt mit Zwischenstopp in Meiningen


Die Heimfahrt nutzen wir, um bei einem Zwischenstopp Meiningen kennenzulernen. Die kunstsinnigen Herzöge Sachsen-Meiningen erschufen in der Residenzstadt eine vielfältige Kulturlandschaft, die noch heute im Staatstheater und der Barockisierung der Elisabethenburg zu einem prächtigen Schloss sichtbar ist. Die Zeit nach dem Besuch von Schloss Elisabethenburg nutzen wir für einen kurzen Stadtbummel mit Imbiss, bevor wir die Rückreise nach Karlsruhe antreten. 


Mittwoch, 01.07. bis Sonntag, 05.07.2026

Treffpunkt: Karlsruhe Hauptbahnhof, Busbahnhof, 07.30 Uhr

Leitung: Dr. Elisabeth Spitzbart

Konzeption und Führungen: Dipl. Ing. Ingrid Bathe

989 € für Busfahrt, 4 Ü/HP  im Hotel Schlossgarten Gotha, alle Eintritte, Führungen und Reiseleitung

EZ-Zuschlag: 104 €