Das neue Augustiner Museum
Freiburg im Breisgau
Donnerstag, 18. Juni 2026
Nach mehr als 20 Jahren umfangreicher Sanierungsarbeiten wird das Freiburger Augustinermuseum im Februar 2026 offiziell wieder eröffnet. Nun wo alle Bereiche zugänglich sind, erlaubt die Kombination moderner Architektur und der ehemaligen Klosterkirche neue Perspektiven auf den Sammlungsschwerpunkt des Museums: Meisterwerke vom Mittelalter bis ins 19 Jahrhundert. Darunter fallen auch Originalelemente aus dem Freiburger Münster. Am Nachmittag nutzen wir die Chance, im Münster den Ort kennen zu lernen, für den die Werke ursprünglich geschaffen wurden.
Freiburger Augustinermuseum
Ein Highlight der herausragenden Architektur von Christoph Macklers, deren Balkone, Fenster, Galerien, Nischen und Stege überraschende Aus- und Einblicke ermöglichen, ist die Skulpturenhallen, deren Mitte Originalfiguren des Freiburger Münsters säumen. Ergänzt werden die steinernen Originale durch Holzskulpturen und Tafelmalerei. Zu sehen sind unter anderem Hans Baldung Grien, Lucas Cranach d.Ä. und Matthias Grünewald als auch der Passionsaltar des Hausbuchmeisters (um 1480) und "Christus auf dem Esel" aus den Jahren 1350/1360. Neben den mittelalterlichen Glasmalereien des Freiburger Münsters, die die Räume des Museums mit farbenprächtigen Licht fluten, können hier auch Gemälde, Plastiken, Skulpturen und Altäre des Barocks im ehemaligen Chor der Klosterkirche bestaunt werden. Die vielfältige Sammlung des Augustinermuseums runden Gemälde des 19. Jahrhunderts verschiedenster Gattungen ab, unter denen auch Werke Franz Xavier Winterhalters und Anselm Feuerbachs zu finden sind.
Freiburger Münster
Das Freiburger Münster beheimatete nicht nur viele Jahrhunderte zahlreiche Werke die heute im Augustinermuseum ausgestellt werden und ist Wahrzeichen Freiburgers, sondern zählt auch zu den Meisterwerken der Gotik. Spitzbögen, Strebepfeiler, Kreuzrippengewölbe und große Buntglasfenster ermöglichen es den gotischen Baumeistern Wände und den Kirchenraum in ein prächtiges Farbenspiel zu tauchen. Am Westturm des Münsters ist dagegen eine Technik zu begutachten, die so zu vor nie an einem Kirchturm verwendet wurde. Der Westturm des Freiburger Münster ist der erste der europäischen Gotik der durch eine Maßwerkpyramide gekrönt wird, was ihn zu einem besonderen Vorbild für neogotische Türme wie den Regensburger Dom oder den Ulmer Münster macht.
Im Münster erwartet die Besucher zur Zeit ein besonderes Erlebnis: eine große, zeitgenössische Installation der Künstlerin Elke Maier. Sie ist bekannt für ihre aus Baumwollfäden entwickelten Installationen. Sie wird tausende weiße Baumwollfäden von dem 27 Meter hohen Deckengewölbe im Chorraum bis vor den Hochaltar von Hans Baldung Grien spannen. Die Installation mit dem Titel "Sichtbar-Unsichtbar" lässt den Kirchenraum je nach nach Licht und Perspektive immer wieder neu erscheinen. Dazu sagt Elke Maier:
Die Arbeit wird sich während des Aufbaus bis Pfingsten im Dialog mit dem Kirchenraum entwickeln. Es ist mir wichtig, die besondere kultur- und kunstgeschichtliche Bedeutung der Kathedrale aufzugreifen, Geplant ist zudem, Fäden horizontal durch das gesamte, rund 120 Meter lange Kirchenschiff zu spannen.
Die Kuratorin des Kunstprojekts, Katharina Seifert, spricht von einer intensiven, stillen und zugleich sehr spirituellen Arbeit. Maier gelingt es, mit dem eigentlich unverfügbaren Licht zu arbeiten. Je nach Tageszeit und Lichteinfall werden neue Sinneseindrücke möglich. Die Arbeit entsteht im Zusammenspiel mit Licht im kontinuierlichen Dialog mit dem Raum und soll bis Pfingsten fertig sein. So entsteht eine "Lichtharfe", die Raum und Licht erlebbare macht.
Elke Maier hat schon mehrere bedeutende Kirche mit ihrer Kunst verzaubert, so den Stephansdom in Wien und den Bamberger Dom. Wir verlinken hier zwei Videos von älteren Arbeiten der Künstlerin, da die Arbeit in Freiburg noch im Entstehen begriffen ist.
Donnerstag, 18. Juni 2026
Treffpunkt: Karlsruhe Hbf, Bahnhofshalle / Ecke Buchhandlung, 7.20 Uhr
Wir fahren mit einer durchgehende Regionalbahn um 7.34 Uhr ab Karlsruhe Hbf
Leitung: Dr. Margarete Zink
49 € Eintritt, Führungen und Reiseleitung
43 € mit MuseumsPass, Reisepreise ohne Fahrkarte




