Radikal Real in Mannheim

und William Kentridge in Heidelberg

Dienstag, 25. August 2026


Radikal. Real. Nouveau Réalisme und die Kunst der 1960er Jahre

Kunsthalle Mannheim

Niki de Saint Phalle, Daniel Spoerri, Yves Klein, Christo und Jean Tinguely – all diese Künstler sind Teil des Nouveau Réalisme, den die Kunsthalle Mannheim nach mehr als 15 Jahren mit einer großen Sonderausstellung wieder in den Fokus der Kunstwelt rückt. Aus heutiger Perspektive wird deutlich, dass die Künstlergruppe um den französischen Kunstkritiker Pierre Restany – von dem auch das Manifest „Déclaration constitutive du Nouveau Réalisme“ stammt – Bestandteil eines internationalen künstlerischen Phänomens ist. Die Künstlervereinigung antwortet mit neuen, radikalen Ausdrucksformen auf die weltweiten grundlegenden gesellschaftlichen Veränderungen der Nachkriegsjahre und erhebt so die Realität zum Thema und Material ihrer Werke.

Dabei fokussieren sich die Künstler auf die moderne Großstadt sowie den Körper.

Die moderne Großstadt als Sinnbild des stetigen Wandels, geprägt von wachsender Beschleunigung, Konsum und Werbung werden zum Materiallager der Künstler. Sie lösen die Gegenstände aus ihrer ursprünglichen Bestimmung, hinterfragen und verarbeiten sie und machen sie so zum unmittelbar erfahrbaren Ausdruck unserer Konsumgesellschaft. Den Körper erkennen die Kunstschaffenden dagegen als ideales Medium zur Reflektionen der Spannung zwischen Darstellung und Realität.


Mehr als 60 Jahre nach Unterzeichnung von Pierre Restanys Manifest nähert sich die Kunsthalle Mannheim den Nouveau Réalisme anhand der eigenen Sammlung gleich aus mehreren Blickwinkeln. Dabei wird nicht nur eine Verbindung zur entstehenden Konsumgesellschaft der 1950er bis frühen 1970er Jahre deutlich, auch die Frage nach der Aktualität der künstlerischen Position wird beantwortet und der Nouveau Réalisme tritt über die Werke von Kunstschaffenden wie Jasper Johns, Alina Szapocznikow, Tetsumi Kudo, Chryssa und Feliza Bursztyn in den Dialog mit dem Nouveaux Réalistes. Während der Ausstellung kommen aber nicht nur Verbindungen oder Gemeinsamkeiten zum Vorschein auch die Gegensätze zwischen Nouveau Réalisme und Pop Art werden nicht vernachlässigt.

William Kentridge im Skulpturenpark Heidelberg

Nach dem wir den Vormittag in der Kunsthalle Mannheim verbracht haben, besteht für alle, die noch Motivation und Energie haben, die Möglichkeit der Weiterfahrt nach Heidelberg.

Im Skulpturenpark Heidelberg werden in diesem Sommer sieben großformatige Skulpturen des 1955 des Künstlers William Kentridge ausgestellt – eine Gelegenheit, die wir uns nicht entgehen lassen möchten. Der in Südafrika geborene Kentridge, dessen Werke bereits im MoMA, der Tate Modern oder dem Centre Pompidou wie  auch der Documenta in Kassel zu sehen waren, zählt zu den bedeutendsten lebenden Künstlern der Welt. Internationale Bekanntheit erlangte er durch seine Kohlezeichnungsfilme, in denen er radiert, neu zeichnet und übermalt, sodass das Sichtbare als auch das Verdrängte, das Auslöschen und die Erinnerung zu einem bedeutenden Bestandteil seiner Werke werden. Neben der Erinnerung sind auch das Vergessen, Apartheid und Kolonialismus entscheidende Themen in Gesamtwerk des Künstlers.

Die in Heidelberg ausgestellten Skulpturen sind – typisch für Kentridges platisches Werk – teils aus profilierten, gespralteten Stahlplatten geschaffen, welche eine vermeintlich dreidimensionale, wechselnde Silhouette bilden, die sich je nach Blickwinkel aufzulösen scheint.


Dienstag, 25. August 2026

Treffpunkt: Karlsruhe Hauptbahnhof

Leitung: Roswitha Zytowski M.A.

52 € für Eintritt, Führung und Reiseleitung, mit MuseumsPass 58 €, ohne Fahrkarte

Wir fahren mit der Regionalbahn und lösen für Teilnehmer ohne Deutschland-Ticket  gerne eine Gruppenkarte.